Travel Jam

Namibia all-over

Viel zu lange gewartet… Der letzte große Urlaub ist schon wieder ein Jahr her. Die letzte Erholung schon längst abgefallen. Das Nervenkostüm angekratzt. Meine Launen tanzen mit meiner Geduld einen unrhythmischen Bossa Nova.

… 3-2-1-Wechselschritt

Endlich ist er da. Der Abflug aus dem Grau in die endlosen Weiten von Namibia. Auf dem Plan steht eine riesengroße Rundreise, selbstgeplant, mit 8 Stopps und 4.000 Kilometern, vielen Tieren, purer Natur, auffüllen des Vitamin-D-Tanks und flicken des angerissenen Nervennetzes.

Folgt mir auf eine dreiteilige Reise durch Namibia. Zum Überblick erstmal die gesamte Route.
Von Windhoek geht es in den Norden, dann vor an die Küste, runter bis fast an die Südafrikanische Grenze und wieder hoch Richtung Windhoek.

Teil 1: Wüstenerlebnisse und Steinsein

Was habe ich von Namibia vor der Abreise erwartet?!

Wüsten, weites und plattes Land, Trockenheit, wenig Abwechslung auf den Fahrten von A nach B. Ist es das, was man antrifft.

Ja und …nein. Auf einigen Abschnitten drängt sich vorest subtil dieser Gedanke auf, doch bei genauerer Betrachtung stimmt das nicht. Keine Wüste ähnelt der Anderen. Es gibt roten Sand und Gelben, es gibt Steppengras und Steinwüsten, karge Mondlandschaften und hügelige Berglandschaften.
Und jede dieser Landschafen birgt Leben und Abenteuer.
Dünen wandern, der Wind zeichnet jeden Tag neue Bilder in den Sand und verändert somit ihr Gesicht von Tag zu Tag. Regnet es, fängt es an Orten an zu blühen, wo man vorher noch nicht einmal ein Samenkorn vermutet hätte.

Die Natur hat in den vielen Millionen Jahren unglaubliche Wunder hervorgebracht, sich Wege gebahnt, wo vorher keine waren, Felsen aus dem Ozean emporgeschoben, alte Bäume vom Eis freigegeben, die nun versteinert an der Oberfläche liegen und viele verschiedene Gesteinsarten ans Tageslicht befördert.

Wir Menschen dürfen eine kurze Verweildauer Zeugen dieser Schönheit sein.

Teil 2: Unterkünfte und Sundowner

Wer viele Kilometer fährt, die meisten davon auf Schotterpisten, die sich anfühlen wie Wellblech mit unterschiedlich großen Rillenabständen und Schlaglöchern… Wer viele Eindrücke verarbeiten muss und ausgeruht sein will für den nächsten erlebnisreichen Tag…
… der braucht Unterkünfte, die ein weiches Bett bieten, leckeres Essen, Rückzugsmöglichkeiten zum Entspannen und traumhafte Sonnenuntergänge. Somit liegen alle unsere Unterkünfte weitab von Allem. Die Geräusche kommen nur aus der Natur. Wind. Regenprasseln. Vogelzwitschern. Tierrufe. Tiergetrampel. Grillenzirpen.
Die Lodges sind so geschmackvoll eingerichtet und mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Das Gefühl von „Nirgendwo in Afrika“ vermittelnd.

Abends sitzen wir auf unserer Veranda und schauen in die Wildnis, bis es dunkel wird und die Sterne den Boden berühren. Auf dem kuscheligen Bett liegen und dem Lied der Freiheit lauschen, das durch die Fenster hereingetragen und vom Deckenventilator gleichmässig im Zimmer verteilt wird.

Teil 3: Tierisch gut

Über allen Eindrücken, die einen den heimischen Alltag vergessen lassen, stehen die Momente mit den Tieren.

Die Natur saugt mich auf, integriert mich und lässt mich ein kleiner Teil von sich werden. Doch erst durch die Begegnungen mit den Tieren erfahre ich Augenblicke der Ehrfurcht und Freude.
Jedes Mal halte ich den Atem an, wenn ein Elefant am Auto vorbei läuft, eine Giraffe sich verrenkt, um mit ihrem langen Hals etwas aus dem Wasserloch zu trinken, ein Leopard mich anstarrt, als wolle er meine Gedanken lesen. Auch das zigtausendste Zebra wird innerlich bejubelt.
Die Tiere sind hier zu Hause und ich bin hier nur ein Gast… wahrscheinlich noch nicht einmal ein gern gesehener.

Jedes Tier, welches sich mir in dieser atemberaubenden Weite zeigt, ist ein kurzer Glücksmoment, den ich unglaublich schätze und den ich gerne für immer kapseln möchte.

Diese Erholung, dieses Abenteuer, dieses Gefühl in mir nehme ich mit nach Hause. Namibia, ich komme wieder. Du hast mich überrascht, gefesselt und begeistert!

… wem dieser Bericht zu kurz war und alle Etappen etwas ausführlicher miterleben möchte, findet diese in meinem Blog: „Einblick in meine Gedanken“. Hier geht es los mit „weit weit weg“. Viel Spaß dabei!

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